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Das Neue Testament in vertikalem Mongolisch

Das Missionswerk Unerreichte Völker e.V. hat 14 Jahre an dieser Übersetzung gearbeitet. Nun ist die Übersetzung komplett. Diese Arbeit tun wir für ein von Gott geliebtes Volk: Die Mongolen in Nordchina. Wir hoffen, daß Ihnen diese Seite gefällt. Schreiben Sie uns ruhig mal Ihre Eindrücke. Für die Fertigstellung dieses Projekts ist Ihre Mithilfe willkommen.. Der Artikel “Die Bibelübersetzung für die Innere Mongolei” gibt Ihnen einen Einblick in dieses Projekt und beschreibt Land und Leute.

 

Die Mongolen in China

● Von den knapp 6 Millionen Mongolen in China leben 3,97 Millionen (1990) in der Autonomen Region der Inneren Mongolei. Weitere 2 Mio. leben in angrenzenden Provinzen Nordchinas, sowie in Xinjiang (Sinkiang).

● Die Innere Mongolei erstreckt sich 2.400 km von West nach Ost und 1.700 km von Nord nach Süd auf einer Fläche von 1,18 Mio. qkm. Hauptstadt der Inneren Mongolei ist Hohhot, größte Stadt ist Baotou.

● Die vertikale mongolische Schrift ist Standard für alle Mongolen und verwandte Völker in China.

● In China werden von den Mongolen neun verschiedene Dialekte gesprochen, Hauptdialekt ist Chahar (Tschachhar). SIL Code: MVF.

● Neben den mongolischen Volksstämmen gibt es einige verwandte Volksgruppen: Daur, Buriaten, Ewenken, Dorbod und Tuwiner

●  Religion: Traditionell lamaistisch und schamanistisch. Christen: einige Tausend bis mehrere zehntausend nach verschiedenen Schätzungen, stärkeres Wachstum seit etwa 15 Jahren. Kleine Hausgemeinden. Genesis, Psalmen seit 90-er Jahren, Neues Testament 2003. Persönliche Evangelisation.

 

 

Die Bibelübersetzung für die Innere Mongolei

und allgemeine Informationen über die Mongolen in China

Ein Artikel vom Missionswerk Unerreichte Völker e.V. / September 2003

Das Missionswerk Unerreichte Völker e.V. (MUV) hat die Übersetzung des Neuen Testaments ins vertikal geschriebene Mongolisch im August 2003 komplett abgeschlossen. Die Übersetzungsarbeiten begannen 1989. Genesis, die Psalmen und ein Kompendium mit sieben Büchern des Neuen Testaments wurden bereits in den 90-er Jahren fertig gestellt und jeweils 10.000 Exemplare gedruckt und verteilt.

 

Auf der Karte von China ist die Inner Mongolische Autonome Region dunkel abgebildet. Sie erstreckt sich über 2500 km von West nach Ost und 1700 km von Nord nach Süd.

Zu den mongolischen Volksgruppen im Norden Chinas, in der Inneren Mongolei und Nachbarprovinzen, zählen etwa 6 Millionen Menschen. Sie sprechen die mongolische Sprache und schreiben die klassische vertikale mongolische Schrift. In Nordchina lernen mongolische Kinder neben Ihrer Muttersprache auch Chinesisch in der Schule. Im weiten Grasland sprechen jedoch viele mongolische Viehzüchter ausschließlich mongolisch. Ihre Herdentiere sind Schafe, Rinder, Pferde, Ziegen und zweihöckrige Kamele. Hinzu kommen vereinzelt auch Yaks.

 

Die mongolische Sprache gehört zur altaiischen Sprachgruppe und ist mit der chinesischen Sprache nicht verwandt. Die im 14. Jahrhundert eingeführte vertikale Schrift, eine Entlehnung aus der uighurischen Schrift, ist alphabetisch. Auf dem Papier benötigt diese Schrift etwa dreimal soviel Platz wie Deutsch oder Englisch. Das jetzt fertiggestellte Neue Testament umfasst 1156 Seiten.Die mongolische Sprache gliedert sich in einige Haupt- und Nebendialekte, wobei die Schriftform in ganz China einheitlich ist. Sie ist eng mit dem Khalkha Dialekt der 2,4 Millionen Mongolen in der Äußeren Mongolei (Ulan Bator) verwandt, wo man jedoch seit 60 Jahren die kyrillische Schrift verwendet.

 

Die Übersetzung war notwendig, da die 1952 erstellte Version sprachlich für die große Mehrzahl der Mongolen nicht mehr verständlich war. Die Gründe hierfür waren insbesondere die klassische Ausdrucksweise der vorigen Version und die vielfältigen Änderungen der Sinnesbedeutungen in der mongolischen Sprache seit 1949, insbesondere auch in den Jahren der chinesischen Kulturrevolution von 1966-1976.

Das Übersetzungsteam setzte sich aus mongolischen Christen mit professionellen mongolischen Übersetzern, Linguisten und Mongolisten zusammen. Beraten, insbesondere hinsichtlich Exegese, Rückübersetzung und stilistischen Korrekturen wurde das Team von Mitarbeitern der UBS.

Die Übersetzung erfolgte nach dem Prinzip der dynamischen Equivalenz, dabei wurde die vor der kommunistischen Machtübernahme bestehende Terminologie weitgehend beibehalten. Namen von Orten und Ländern wurden der heute geltenden Rechtschreibung angepasst.

 

Bis 1996 wurden die Manuskripte und Reinschriften mühsam handschriftlich erstellt. Exegese und diverse Korrekturen  erforderten die Erstellung einer mongolischen Schriftart (Font) für den Computer. 1997 konnte dieser als Auftragsarbeit vom MUV benutzt werden. Die Rohübersetzung des gesamten NT wurde 1999 fertig. In den Folgejahren wurden die Manuskripte geprüft und korrigiert. Die letzte orthografische Korrektur wurde 2002 von mongolischem Fachpersonal einer chinesischen Hochschule durchgeführt. 2003 erfolgte die letzte Durchsicht. Die Übersetzung ist wortgetreu und allgemein verständlich.

 

Finanziert wurde und wird das gesamte Projekt ausschließlich von Spenden. Druck und die Internetversion sind vorgesehen.

Die Mongolen in China sind ein nichtchristliches Volk. Traditionell folgen viele Mongolen dem Schamanentum oder dem Lamaismus. Durch christliche Missionsarbeit kamen bis 1949 einige Mongolen in China zum Glauben an Jesus Christus. Missionsstationen mit kleinen Ambulanzen wurden unter schwierigen Umständen errichtet, diese wurden ab 1950 unter der neuen kommunistischen Regierung jedoch anderweitig genutzt. Durch Verfolgungen, insbesondere während der chinesischen Kulturrevolution, verblieb nur ein kleiner Überrest mongolischer Christen in China.

 

Durch missionarische und evangelistische Aktivitäten chinesischer und ausländischer Christen erlebten die weit verstreut lebenden mongolischen Christen seit Mitte der 80-er Jahre wieder etwas Wachstum. Wegen den Härten der Kulturrevolution besteht noch tiefes ethnisches Misstrauen zwischen Mongolen und Chinesen. Die jüngere Generation ist allerdings etwas offener, da sie die Verfolgungen mit hohem Blutzoll nicht persönlich miterlebte.

 

In China kursieren viele Irrlehren (Witness Lee, Mormonen, usw). Weil mongolische Christen die Aussagen dieser Lehren nicht anhand der Bibel überprüfen können, ist diese Gefahr groß und folgenschwer.

 

Die Innere Mongolei ist fast dreimal so gross wie Deutschland. Mongolische Christen sind verkehrsmäßig nur schwer erreichbar. Einige machen tagelange Reisen, um in den Städten Gottesdienste chinesischer Gemeinden oder Hauskirchen zu besuchen. Dort fertigen sie Mitschriften von Bibellehre und Predigten an, welche sie ins Mongolische übersetzen und auf dem Land mongolischen Geschwistern mitteilen. Das starke Wachstum einzelner christlicher Gruppen der in China lebenden Mongolen ist uns bekannt. Die christliche Radioarbeit hat ebenso ihren Teil dazu beigetragen, wie die evangelistische Arbeit chinesischer Christen.

Auf die Frage, was ihr größter Bedarf sei, antworten mongolische Christen: „das Neue Testament in mongolischer Sprache.“ Sie beten für unsere Bibelübersetzung und bedanken sich bei allen in- und ausländischen Geschwistern, welche diese Arbeit tun und unterstützen: „Wir danken euch sehr für eure Arbeit, die wir hierzulande aus bekannten Gründen nicht tun dürfen und können. Gott segne euch.“

 

Die Problematik der chinesischen Bibel verdeutlicht auch die Situation der in China lebenden Mongolen:  Die offiziell in China gedruckten chinesischen Bibeln sind seit 2000 um 20% reduziert geworden. 40% der chinesischen Christen haben nach Angaben der UBS (Vereinigte Bibelgesellschaften) keine eigene. Da die Zahl chinesischer Christen pro Jahr um 2-3% wächst, werden

 Über 1500 kommen sonntags zum Gottesdienst in eine chinesische Gemeinde in Hohhot

sehr viele Christen jahrelang auf eine eigene Bibel warten müssen. Unsere Mitarbeiter haben handschriftliche Kopien ganzer biblischer Bücher in China gesehen. Gerade im weitläufigen Landesinneren ist dies nicht ungewöhnlich. Für mongolische Christen in China ist die Situation noch schwieriger. Nur wenige haben ein Evangelium oder eine handschriftliche Kopie davon.

 

Aus diesen Gründen ist eine Internetversion des mongolischen Neuen Testaments sehr effektiv. Mittlerweile gibt es in China in allen Ortschaften Zugang zum Internet. Viele Familien haben einen PC für ihr schulpflichtiges Kind angeschafft. In Schulen und öffentlichen Büros gibt es Computer mit Internetanschluß. Selbst in entlegenen kleineren Orten gibt es jetzt einfache Internetcafes.

Das MUV arbeitet an einer HTML Version für die Ansicht auf dem Internet als auch an einer PDF Version zum Download und Druck des mongolischen Neuen Testaments. Es gibt verschiedene technische Umsetzungsprobleme, weil die mongolische Vertikalschrift nicht so einfach wie eine lateinische Schrift dargestellt werden kann. Dazu wird eine spezielle Programmierung, sowie Hard- und Software für alle 1156 Seiten des mongolischen NT benötigt.

 

Diese Übersetzung wurde 14 Jahre lang unter teilweise sehr schwierigen Bedingungen mit Gottes Hilfe durchgeführt. Jetzt, im Herbst 2003 benötigen wir für die Publikation Finanzen. Öffnen Sie Ihr Herz für die mongolischen Christen und wirken am Abschluß dieser Arbeit durch Gebet und Spenden mit.

Spendenkonto:

3048888 Volksbank-Raiffeisenbank Kronach, BLZ 77361600

Das Missionswerk stellt am Jahresende eine Spendenquittung für das Finanzamt aus. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Bitte beachten Sie, daß wir Ihre komplette Anschrift auf der Überweisung benötigen..

 

Missionswerk Unerreichte Völker e.V.
Postfach 1125
D-96346 Wallenfels
Telefon  09262 – 974430
Telefax  09262 - 974590
 
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